Kinderportraits berühren auf ganz spezielle Weise: Sie enthalten Rückblick und Vorschau auf`s Leben zugleich. Unsere Vergangenheit, unser Ursprung liegen darin, aber mehr noch unsere Hoffnung auf Fortbestand.
Waren in den höfischen und aristokratischen Kinderportraits, beispielsweise von Velasquez oder Bronzino durch die ihnen zugewiesenen Rolle „überforderter Prinzen und Prinzessinnen”, deren Darstellung puppenhaft; nahezu maskenhaft und ältlich erschienen, fast jeder Möglichkeit beraubt, sich frei zu bewegen, wurden die bereits wenige Jahrhunderte später gemalten Portraits nun auch den Kindern der Bürgerschicht zugänglich. Im Gegensatz dazu zeugen sie im Ausdruck von großer Frische und Lebhaftigkeit.
Während Velasquez Portraits der Infantin Margarita Teresa noch die Funktion eines Brautgeschenkes hatten, sie war ausersehen den Bruder ihrer Mutter, Kaiser Leopold den Ersten zu heiraten, ist in der Portraitmalerei hinsichtlich der Kinderportraits eine große Weiterentwicklung zu verzeichnen.
So gibt es die Bilder von z. B. T. Gainsborough, A. Pesne, Chardin, Renoir, Corinth Picasso und vielen anderen, deren gemalte Portraits auf das Lebendigste die Kunstgeschichte bereichern.